Impulstag 2012

Ratsvorsitzender der Metropolregion Nürnberg Dr. Siegfried Balleis„Das Maß der Wirtschaft ist der Mensch;
das Maß des Menschen ist sein Verhältnis zu Gott.“

Diese Worte stammen von dem deutschen Ökonomen und Philosophen Wilhelm Röpke. Sie beschreiben auf eine einfache Weise: Es ist der Mensch selbst, der unsere Gesellschaft bestimmt und zu einer sozialen Lebenswelt und zu einer nachhaltigen Wirtschaft beitragen kann. Mit der Nürnberger Erklärung erhält dieser Ansatz eine gute Grundlage für Führungskräfte.

Auch Erzbischof Dr. Ludwig Schick hat in der Sitzung des Rates der Metropolregion Nürnberg in Bamberg 2010 ein christliches Menschenbild skizziert, das Grundlage unseres Handelns sein soll. Es geht darum, in unserer modernen Gesellschaft den Bedürfnissen des Menschen Rechnung zu tragen. Erst das individuelle Gleichgewicht von Körper, Geist, Gemüt, sozialen Beziehungen und transzendentalen Bezügen, schafft die Basis für innere Ausgeglichenheit und Stärke in allen Lebenslagen. Dies sollte sich die Wirtschaft stets vor Augen führen und entsprechende Freiräume offen halten. Der Einsatz für die Mitarbeiter und deren Familien sowie für das Gemeinwohl unserer Gesellschaft wird zum Stützpfeiler des Erfolgs und schafft Vertrauen. Dies lässt uns an Zusammenhalt gewinnen und die Zukunft erfolgreich gestalten.

Für den Impulstag „Zukunft braucht Werte 2012“ wünsche ich Ihnen interessante neue Erkenntnisse und der Veranstaltung einen guten Verlauf.

Dr. Siegfried Balleis
Ratsvorsitzender der Europäischen Metropolregion Nürnberg
Oberbürgermeister der Stadt Erlangen

2011 entstanden im Rahmen des Kongress christlicher Führungskräfte in der Nürnberger Messe wertvolle Kontakte innerhalb der Region und darüber hinaus. Es wurde dort die Nürnberger Erklärung unterzeichnet, weil nachhaltiges wirtschaftliches Handeln christliche Werte braucht. Der Impulstag Zukunft braucht Werte 2012 griff dies auf, um die entstanden Kontakte neu zu beleben und auszubauen, Werte-Impulse zu geben und zu zeigen, dass die Metropolregion Nürnberg eine „Werte-Metropole“ ist. Mit Workshops, Diskussionen, Vorträgen und einem Markt der Möglichkeiten, gab der Impulstag Orientierung und Gelegenheit, Menschen aus Wirtschaft und Politik zu begegnen, denen christliche Werte wichtig sind.

Rückschau Impulstag 2012: „Tu-Bürger“ statt „Wutbürger“ – Geduld und Vertrauen wiederentdecken

Eine Videoproduktion der IHK Mittelfranken finden Sie hier: IHK

Durch das Programm führte Harald Bolsinger.

  • Impulsvorträge
  • „Der ehrbare Kaufmann: christliche Werte in der modernen Geschäftswelt“
    Alexander Boldyreff (Vorstandsvorsitzender TeamBank AG)
  • „Deutschland braucht mehr „Tu-Bürger“, die sich gesellschaftlich engagieren, anstelle von „Wutbürgern“, die auf andere schimpfen. Das erklärte der Vorstandsvorsitzende der TeamBank, Alexander Boldyreff (Nürnberg), am 23. März bei einem Impulstag für Führungskräfte in der Region Nürnberg. Veranstalter war das christliche Netzwerk „Gemeinsam für Nürnberg“, das zusammen mit der Initiative „Zukunft braucht Werte“ die Anregungen des Kongresses christlicher Führungskräfte im vergangenen Jahr weiterführen will. Wie Boldyreff vor rund 125 Mitarbeitern von Unternehmen und christlichen Institutionen sagte, müssten sich die gesellschaftlich prägenden Werte dringend ändern. Er forderte eine Wiederentdeckung von Geduld und Vertrauen als Grundlagen für wirtschaftliches Handeln. Es reiche, die Zehn Gebote zu befolgen, da sie alle zentralen Bestandteile für ethisches Handeln enthielten.“ Quelle: idea
  • „Der ehrbare Handwerker: christliche Werte in der modernen Geschäftswelt“
    Horst Eggers
    (Bundesvorsitzender Handwerk und Kirche, Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer, Hauptgeschäftsführer a.D. HWK Oberfranken)
  • „Die handwerkliche Wirtschaftsform als ein ganzheitliches Wirtschaften im überschaubaren Raum ist geeignet, Arbeit und Kapital, Wettbewerb und soziale Sicherung, wirtschaftlichen Erfolg und Teilhabe am Wohlstand der Gesellschaft, Gewinnerzielung und Versorgung der Region in überzeugender Weise miteinander zu verbinden. Damit entspricht die handwerkliche Wirtschaftsform noch weitgehend der schöpfungsgemäßen Bestimmung des Menschen.“, so Eggers wörtlich. Eine Zusammenfassung des Vortrages finden Sie hier: 2012_Zukunft braucht Werte-Zusammenfassung
  • „Der Bundesvorsitzende von „Handwerk und Kirche“, Horst Eggers (Bayreuth), zog Parallelen zwischen den beiden Bereichen in seiner Organisation. Das Handwerk wie auch die Kirchen nähmen soziale Verantwortung wahr und versuchten, auf sozialverträgliche Weise rentabel zu arbeiten.“ Quelle: idea

Der Workshop begann mit der These “Arbeit ohne Werte ist wertlose Arbeit“ und stellt als Modell den Wahlspruch des heiligen Benedikt von Nursia vor: „Ora et labora“. Anhand von Beispielen aus dem eigenen Geschäftsleben motivierte der Workshop-Leiter dazu, das Gebet als starke Segens-, Kraft- und Autoritäts-Ressource zu nutzen. Als Leiter der Siemens /Areva-Firmengebetskreisbewegung lud er dazu ein, dass Beter anderer Firmen sich anschließen und ein regionales Firmengebetsnetzwerk aufbauen. Der Workshop beinhaltete Zeit für den Erfahrungsaustausch der Teilnehmer , die Möglichkeit für eine praktische Umsetzung und war voller Tipps aus der konkreten Arbeit  in der Siemens-AREVA-Firmengebetskreisbewegung. Die Folien stellen wir Ihnen hier zur Verfügung: BetenGeschaeftsalltag

Im Vortrag wurden allgemeine ethische Prinzipien mit biblischen Prinzipien verglichen und daraus Verhaltensweisen abgeleitet, damit Verantwortungsträger ein sinnvolles Leben führen können. Hier finden Sie die Folien des Referenten: Ethik im Geschäftsleben

Attraktive Unternehmen werden von Persönlichkeiten geführt, die eine klare Vision in ihren Herzen tragen. Diese Persönlichkeiten haben ihre Vision bei allen Entscheidungen vor Augen und kommunizieren diese ihren Mitarbeitern so verständlich, dass diese Vision schrittweise lebendig wird. Die Menge der täglichen Anforderungen hält leider viele Menschen davon ab, ihr Leben visionär zu führen, die Zeit zu planen und das Geplante erfolgreich umzusetzen. Aber wie kommen wir aus dieser leidvollen Spirale von Überforderung heraus? In diesem am stärksten besuchten Workshop wurden praktische Ansätze erarbeitet, wie man als Christ eine Vision für das eigene Leben findet und dann sichere Schritte zur Umsetzung gehen kann, trotz des gefüllten  Terminkalenders.

Wie gehen wir miteinander um? Wie kann  ich verantwortlich handeln, meinen Nächsten wahr und mitnehmen und trotzdem erfolgreich sein? Grundlage dieses Workshops bildete der Song „seit dieser Stunde“von Jo Jasper zum Thema. Ein musikalisch WERTE-voller Leckerbissen berührte die Workshopteilnehmerinnen und -teilnehmer. Die Dokumentation dazu finden Sie hier: Mutig mitfühlen

Nach einem kurzen Impuls hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einem offenen Raum („Open Space“) die Möglichkeit, gemeinsam konkrete Ansätze und Handlungsoptionen für das gesellschaftliche Miteinander zu sammeln. Insbesondere die kommunale Ebene wurde aus dem Geist der Nürnberger Erklärung und des Jeremia-Briefes (Jer. 29,7) heraus beleuchtet. Die Sorge um das Wohl der Stadtgesellschaft wurde als Auftrag erkannt, dem sich jeder von uns stellen sollte. „Pläne des Heils und nicht des Unheils“ (Jer 29, 11) wurden als Impuls für die Ausrichtung aller konkreten Handlungsoptionen in der Politik entdeckt. Die Nürnberger Erklärung kann dafür als Kompass zur Orientierung dienen. Eine Rückschau zu den Ergebnissen finden Sie hier: Suchet der Stadt Bestes

Wie zeitgemäß ist es, achtsam zu sein, seine Kinder mit Werten zu erziehen, damit auch diese ihr Handeln auf das Gute ausrichten? Es sollte weder „in Mode“ noch „out“ sein, Werte – christliche Werte – zu leben. In diesem aktiven Workshop betrachteten die Teilnehmer, wie Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft, Achtsamkeit in das Leben von Familien und für Kinder integriert werden können. Im Workshop war die Stimmung lustig und die Gruppe heterogen. Die Teilnehmer hatten selbst keine Kinder bzw. eigene Kinder oder lebten in einer Patchworkfamilie. Manche interessierte das Thema bezüglich der eigenen Kinder, manche für das Einbeziehen von anderen Kindern, z. B. Freunde sowie aus beruflicher Sicht. Die Gruppe wurde von Guide Manuela Starkmann durch das „Gebiet“ der Werte geführt. Hier war Raum für Diskussion und Erfahrungsaustausch. Der Fokus lag nicht darauf, was „falsch oder richtig“ ist, sondern passend. Die Erkenntnis war klar: Werte nicht mehr zu leben und somit nicht mehr vorzuleben, darf auch in dieser, oft schnelllebigen, Zeit nicht passieren. Der bewusste Impuls, den die Teilnehmer mitgenommen haben ist, dass Werte wie Achtsamkeit, Barmherzigkeit, Nächstenliebe die Basis für ein gutes Zusammen-Leben sind, somit Kindern und Familien Halt geben. Nach dem Workshop blieben die Teilnehmer noch in angeregter Unterhaltung im Raum. Es zeigte sich, dass für viele eine Stunde zu kurz war und großes Interesse an einer Weiterführung des Themas bestand. Ein Fotoprotokoll des Workshops finden Sie hier: Werte für Kinder und Familien

  • Podiumsgespräch „Christliche Werte leben“ mit

Mathias Barthel
(Gemeinsam für Nürnberg, Vorsitzender Evangelische Allianz Nürnberg e.V.)
Lydwina von der Grün
(Organisationsentwicklerin Sparkasse Nürnberg)

„Über eine Besonderheit in Nürnberg berichtete die Organisationsentwicklerin der Sparkasse Nürnberg, Lydwina von der Grün. Einmal pro Monat treffen sich Bankkaufleute aus fünf Instituten zum Gebet. “ Quelle: idea

Rainer Küchler
(Geschäftsführer des größten Wertekongresses im deutschsprachigen Raum: Kongress Christlicher Führungskräfte)

„Der Geschäftsführer des Kongresses christlicher Führungskräfte, Rainer Küchler (Wetzlar), sagte, christliche Unternehmer hätten nicht nur die Produktionsfaktoren Boden, Arbeit und Kapital zu berücksichtigen, sondern auch ihre Verantwortung vor Gott. Der Glaube garantiere keine „goldenen Bilanzen“, aber er gebe Gelassenheit, auch ein mögliches Scheitern zu verkraften. Als einen der wichtigsten christlichen Werte für den Umgang mit Mitarbeitern und Kunden bezeichnete Küchler die Barmherzigkeit.“ Quelle: idea

Heinrich Mosler
(Präsident HWK für Mittelfranken)

„Der Präsident der Handwerkskammer für Mittelfranken, Heinrich Mosler (Nürnberg), erinnerte an die beim Nürnberger Kongress verabschiedete Erklärung mit der Kernaussage, dass ohne Gottes Gnade alles menschliche Tun wirkungslos bleibe.“ Quelle: idea

Ümit Sormaz
(Geschäftsführer Intelligenzknoten, Träger der Integrationsmedaille, MÜSIAD-Nürnberg/Nordbayern e.V., Deutsch-Türkischer Unternehmerverein in Mittelfranken e.V.)

„…zwar saß ich mit dem stellv. Ministerpräsident Bekir Bozdag zusammen, jedoch waren meine Gedanken bei unserer Veranstaltung „Zukunft braucht Werte““ grüßt der kurzfristig verhinderte Ümit Sormaz

  • Songimpuls
    Jo Jasper (Songakademie Nürnberg) vertonte die Kernwerte der Podiumsgäste in einer spontanen und berührenden Improvisation zu den 4 christlichen Werten: Barmherzigkeit, Gnade, Respekt und Wertschätzung.
  • Ausblick und Perspektive für die Metropolregion Nürnberg
    Wolfgang Graf zu Castell-Castell (Fürstlich Castell´sche Bank)
  • „Impulstage fördern Gemeinschaft. Gemeinschaft erzeugt Werte. Werte bringen Zukunft.“, resümierte Wolfgang Graf zu Castell-Castell und wünschte der Metropolregion Nürnberg noch weitere Impulsveranstaltungen diesen und anderen Formats, die christliche Werte thematisieren.
  • Eröffnung Abendessen mit intensiver Gelegenheit zur Begegnung im Markt der Möglichkeiten, 21 Uhr abendlicher Ausklang der Veranstaltung.

 

Veranstalter des Impulstages 2012 war ein breites Team
engagierter Persönlichkeiten
der Metropolregion Nürnberg zusammen mit

gemeinsam für Nürnberg e.V.

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